Fest der Geburt Jesu Christi

Bald feiern wir eins der höchsten Feste in unserer abendländischen Kultur, das Weihnachtsfest, es stellt gleichzeitig das Jahresende dar.

 

Die Weihnachtszeit mit ihren Sitten und Bräuchen, ist auf der ganzen Welt bekannt und wird auch in der nichtchristlichen Welt gefeiert. Wir haben an dem geschmückten Baum, der festlich gedeckten Tafel mit dem Kerzenlicht und dem gut duftenden Stollen unsere Freude.

 

Die Weihnachtsfeier ist uns jedoch oftmals schon zur Gewohnheit geworden, der Kommerz steht überall im Mittelpunkt und die Jagd nach Geschenken für die Lieben steht im Vordergrund – das Fest hat sehr oft seinen ureigentlichen Inhalt verloren.

 

Doch Weihnachten ohne die Botschaft der Christlichen Kirche ist ein Weihnachten ohne Sinn und Mitte.

Weihnachten ist das Fest der Geburt Christi.

Es geht um seine Botschaft!

 

Christi Geburt ist über 2000 Jahre her und man könnte sich fragen, wann genau ist ER denn geboren und was bringt es uns heute noch, sich damit auseinanderzusetzen und wie soll man die damalige Zeit verstehen?

 

Eine Möglichkeit, in diese Zeit einzutauchen bieten die antiken Quellen, jedoch zur Geburt Christi gibt es wenige. Die Hauptquelle ist hier die Bibel.

 

Im Falle der Geburt Jesu ist es durch die wenigen zur Verfügung stehenden Quellen, nicht möglich, ein genaues Datum der Geburt Jesu herauszufinden.

 

Die Evangelien nennen hier zwei verschiedene Daten, die nach der historisch-kritischen Methode leider nicht miteinander vereinbar sind.

 

So steht in Matthäus 2, 1:

 

„Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, […]“

und in Lukas 2, 1-2:

 

„Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Diese Einschreibung geschah als erste, als Quirinius Statthalter von Syrien war. […]“

 

In Matthäus 2,1 wird die Regierungszeit des Herodes angegeben und in Lukas 2, 1-2 das Edikt zur Volkszählung, in der Gouverneurszeit des Quirinius in Syrien.

 

Jedoch Herodes d. Gr. starb 4 v. Chr. und die Volkszählung in Judäas, legatus Augusti pro praetore, wurde von Quirinius erst nach der Absetzung des Archelaos 6 n. Chr. durchgeführt. Hier liegt offensichtlich eine Verwechslung vor.

 

Als eine weitere Zäsur ist das 15. Regierungsjahr des Tiberius genannt, hier geschah die prophetische Berufung Johannes des Täufers. Lukas 3.1-4.

 

Lukas schrieb:

 

„[…]Aber im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, […] geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die ganze Landschaft am Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden; […]“

 

weiterhin führt Lukas aus, das:

 

„[…] und er selbst, Jesus, war ungefähr dreißig Jahre alt, als auftrat, und war wie man meinte, ein Sohn des Josef, […]“. (LK 3, 23)

 

Dieser öffentliche Auftritt folgte auf die Begegnung zwischen Johannes und Jesus. Damit scheint die Geburt Jesu vor dem Beginn der christlichen Zeitrechnung zu liegen.

 

In Fachkreisen nimmt man an, dass sich Dionysius Exiguus geirrt hat, als er die christliche Zeitrechnung festlegte.

Erst Papst Julius I (336-352) bestimmte im 4. Jahrhundert, in Rom, den 25. Dezember als Geburtsfest von Jesus und legte den 6. Januar als Tauftag fest. 354 wurde in Rom das erste Mal das Christgeburtsfest gefeiert.

Dabei soll der Gedanke an die Sonnenwendfeier des alten Julianischen Kalenders, solis inviciti dies, eine Rolle gespielt haben. Man wollte das heidnische Fest durch das Christliche ablösen.

 

Der unbesiegte Sonnengott, sol invictus, Kaiser Aurelian erhob Sol zum „Herrn des römischen Reiches“, dominus imperii Romani, er hatte ebenfalls am 25.12. Geburtstag und diesen Tag feierte man in Rom als Staatsfest.

 

Das Weihnachtsfest ist aus diesem Sonnenfest hervorgegangen. Damit ist das christliche Zeugnis gegenüber allen heidnisch natur-mytischen Kulten dokumentiert worden.

 

Der 25. Dez., als ursprünglich der Tag der unbesiegbaren Sonne, wurde zum Geburtstag Desjenigen, der die Sonne geschaffen hat. (Augustin)[1]

 Für uns ist jedoch, ist das Christfest, das Fest der Geburt Christi, mit der Botschaft des Evangeliums.

 

Adventszeit

 

Zur inneren und äußeren Einstellung auf die weihnachtliche Festzeit dient die Adventszeit.

Adventus kommt von lateinischen advenire und heißt ankommen, Ankunft. Es kommt also etwas auf uns zu bedrängend, fordernd! Christus kommt als Kind in die in die Welt, mitten unter die Menschen.[2]

 

Das Wort hat eine doppelte Bedeutung. Advent bedeutet einerseits die bereits geschehene Ankunft Gottes im Fleisch und andererseits die am Ende der Tage auf uns zu kommende Ankunft des Herrn.

 

Advent ist immer Vorbereitungszeit, Gebet, innere Einkehr, Sinneswandlung, Vergebung und NICHT das Rennen nach den letzten Gaben für die Lieben!

 

Der erste Advent leitet den Advent ein, der Zweite weist auf die Wiederkunft des Herrn zum Gericht, der Dritte stellt Johannes den Täufer in den Mittelpunkt, er verkündet die Ankunft Christi, der Vierte ist die unmittelbare Vorbereitung auf das Fest, er ist der Rüsttag auf Weihnachten.

 

Der Evangelist Lukas erzählte 90 Jahre nach diesem Ereignis, die wunderschöne, vertraute Geschichte über die Geburt Jesu:

 

In der heiligen Nacht, nicht weit von Bethlehem, in einem Stall, denn die Herbergen waren schon voll, brachte die junge Maria ihr erstes Kind zur Welt und nannte es Jesus, wie ihr von den Engeln befohlen war. Maria wickelte ihr Kind in Windeln und legte es in eine Krippe. Am Himmel erschienen Zeichen, die in der Nähe lagernden Hirten erschraken sehr.

 

Ein Engel trat zu ihnen und sagte:

„[…]Fürchtet Euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird, denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus der Herr, in Davids Stadt. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. […]“. Luk. 2, 10-12

 

Die Hirten brachen auf und fanden in dem Stall Maria, Josef und das Kind.

 

Werner Dahlheim führte dazu aus: Das Lukas von seinen Quellen ausgehend wusste, dass Jesus aus Nazareth stammte, seinem Glauben zu Folge aber, der Messias ein Nachfolger von David sei musste und aus diesem Grund nur in Bethlehem geboren sein konnte. [3]

 

Lukas berichtete auch, dass Kaiser Augustus allen Bewohnern des Reiches befohlen habe, sich in die Steuerlisten einschreiben zu lassen und sich dazu in ihre Heimatstädte zu begeben.

Jedoch so Dahlheim: „[…]einen reichsweiten Zensus praktizierte Rom nicht, und wenn es ihn in einzelnen Provinzen durchführte, so begab sich niemand‚ in seine Stadt‘, sondern jeder blieb wo er war.“ [4]

 

Aus christlicher Sicht jedoch diente die Erzählung von Lukas  dem Zweck, die Erscheinung Gottes in der Welt, zu verkünden.

 

Außer Lukas schrieb noch Matthäus über das Ereignis, auf das ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte.

Also fast im Geheimen, ganz intim, hatte sich das freudige Ereignis vollzogen, aber die Welt hielt für einen Moment den Atem an.

 

Jacobus überlieferte uns das im Protoevangelium:

 

„Ich aber Joseph ging umher und ging wiederum nicht umher und blickte nach oben in die Luft und sah die Luft erstarrt und blickte nach oben an das Himmelsgewölbe und sah es stillstehen und die Vögel des Himmels ohne Bewegung. Und ich blickte auf die Erde und sah eine Schüssel am Boden und Arbeiter um sie gelagert, und ihre Hände waren in der Schüssel, und die beim Kauen waren, kauten doch nicht, und die Speise nahmen, brachten sie doch nicht in die Höhe, und die Speise an ihren Mund führten, brachten sie doch nicht heran, sondern ihrer aller Gesichter blickten unverwandt nach oben. Und siehe, Schafe wurden daher getrieben und kamen keinen Schritt vorwärts, sondern blieben stehen, und der Hirt erhob seine Hand, um sie mit dem Stecken zu schlagen, und seine Hand blieb oben stehen. Und ich blickte auf die Flut des Flusses und sah die Mäuler der Böcke darauf auf der Oberfläche des Wassers liegen und doch nicht trinken – und auf ein Mal ging alles wieder nach seinem gewohnten Lauf weiter.“[4]

 

Euch ist heute ein Heiland geboren!

Gott ist Mensch geworden und in diese Welt eingetreten, ein heiliger Moment, er ist gekommen um Frieden zu stiften und Frieden ist so wichtig, das war vor 2000 Jahren so und ist auch heute noch genau noch so aktuell.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr!

 

Anmerkungen:

 

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(r%C3%B6mische_Mythologie), gesehen: 23.12.17

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Advent, gesehen: 23.12.17

[3] Dahlheim 2013, S.56

[4] desgl.,S.56

[5] http://www.jakobus-weg.de/aJakw/3Spiritua/Jkevangel.htm, gesehen: 23.12.17

 Literatur:

Dahlheim, W.: Die Welt zur Zeit Jesu, München 2013

Elberfelder Bibel, 2. Aufl. der Standardausgabe, Wuppertal 2008

Bild:

Trierer Dom, Marienkapelle: Anbetung der Hirten – Relief aus der Zeit um 1740 (Ausschnitt) 

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